Unsere Hochzeit–Teil 1: Jungesellinenabschied und die allerletzten Vorbereitungen

Wow, wie schnell die Zeit vergeht! Jetzt bin ich schon fast eine Woche verheiratet und habe noch gar nichts über unsere Hochzeit geschrieben.
Ich dachte wirklich, dass ich diese Woche, wenn der ganze Vorbereitungsstress und das große Ereignis vorbei sind, mehr Zeit mit Schreiben und generell vor dem dem PC verbringen würde. Immerhin habe ich letzte Woche trotz der letzten Aktivitäten noch einiges gepostet (viel mehr als ich dachte). Aber dazu kam es dann doch nicht, denn ich war die letzten Tage echt ganz schön platt und hab einfach etwas Abstand vom virtuellen Wahnsinn gebraucht. Was Spannungsabfall so alles bewirken kann. Geht es euch damit auch so?

Nun denn. Dafür habe ich heute umso mehr Lust zu Schreiben. Noch ist ja nicht zu viel Zeit seit der Hochzeit vergangen, sodass ich euch in ein paar Posts von unserem großen Tag berichten werde. Ich hoffe, das ist in eurem Sinne.

Beginnen wir mit den letzten Tagen meines Jungesellinnendaseins. Naja, als Jungesellin habe ich mich die letzten Jahre eigentlich nie gefühlt, da ich mit meinem Schatz schon seit 9 Jahren zusammen bin und wir auch seit 8 Jahren gemeinsam unter einem Dach leben. Doch meine ledigen bzw. unverheirateten Tage sollten bald Geschichte sein, sodass sich meine Freundinnen dazu entschieden hatten, dass das ein Grund zum Feiern sei.
Ganz überraschend kam der Jungesellinnenabschied für mich aber nicht, worüber ich ehrlich gesagt sehr froh war. Ohne das Ganze schon wochenlang vor der Hochzeit machen zu müssen, war zeitlich nur noch der Samstag direkt vor der Hochzeit drin. Und da mich meine Mädels kennen und sie davon ausgegangen sind, dass ich die Tage so kurz vor dem Fest bestimmt verplanen würde, wurde schonmal vorgefühlt, ob ich mir den 28.04. so ab 17 Uhr freihalten könnte. Da ich nicht mehr Infos zu dem Was und Warum bekam, habe ich locker 1 und 1 zusammengezählt.
Für andere ist es ein No-Go, wenn der Jungesell(inn)enabschied keine 100-%ige Überraschung ist, aber für mich war das genau richtig so. Nichts wäre schlimmer gewesen, als wenn ich für den Tag noch Vorbereitungen eingeplant hätte, die ich dann nur noch mit Zusatzstress hätte erledigen können. Ich bin da mittlerweile sehr empfindlich in Sachen Stressmanagement und mein größtes Ziel für diese Hochzeit war es, bloß nicht in Megastress zu kommen (was mir übrigens wider Erwarten erstaunlich gut gelungen ist). Ich habe mir also bewusst den Samstagnachmittag/-abend freigehalten und mich auch richtig auf den Abend mit den Mädels gefreut.

Ich habe schon seit Jahren gesagt, dass ich keinen Wert auf diese oft anzutreffenden Peinlichkeiten lege, die einem oft bei Jungesell(inn)enabschieden begegnen. Handynummern sammeln, Schnäpse verkaufen, alle im selben T-Shirt  rumlaufen waren für mich Horrorszenarien und ich habe deutlich gemacht, dass ich mich strikt weigern würde, wenn man mit mir so was anstellen wöllte. In meiner Vorstellung sollte mein Jungesellinnenabschied einfach ein schöner gemeinsamer Abend unter Freundinnen sein, bei dem man sich schon ein bisschen auf die bevorstehende Hochzeitsfeier einstimmt. Und genau das habe ich auch bekommen.

Ich wurde zuhause zum Abendessen abgeholt. Drei Mal dürft ihr raten, wo es hinging: Ins Coox & Candy! Das fand ich echt super, denn ich bin die einzige Vegetarierin in unserem Freundeskreis. Die anderen haben auch offen zugegeben, dass sie der Speisekarte eher kritisch gegenüberstanden. Nicht, weil sich die Gerichte nicht lecker anhören würden, sondern eher, weil sie noch nie oder nur selten Kontakt mit Tofu und vegetarischem Fleischersatz hatten.

Begonnen haben wir mit einer gemischten Vorspeise, nach der wir alle eigentlich schon ganz schön satt waren.



Die unterschiedlichen Dips (v.a. der Rote-Beete-Hummus) und das vegane Sushi waren genial!
Als Hauptspeise hatte ich den Kräuter-Tofu in Knusperpanade an gebratenen Sesam-Nudeln und Gemüse auf Mango-Curry-Soße. Dieses Gericht stand schon beim ersten Besuch in der engeren Auswahl, daher musste ich es jetzt nehmen. Es war einfach nur himmlisch!


Obwohl ich nach der Vorspeise eigentlich nichts mehr zu Essen gebraucht hätte, habe ich meinen Teller ratzeputze leer gegessen. So etwas Gutes konnte ich nicht übrig lassen!
Natürlich war ich schon total gespannt, was meine Freundinnen zum veganen Essen sagen würden. Das Fazit war eindeutig: Sie waren alle vom Essen begeistert und möchten nochmals hingehen. Besser noch: Jetzt, wo sie keine “Angst” mehr vor Tofu & Co. haben, kann ich ihnen nun bedenkenlos vegane Köstlichkeiten auftischen (damit halte ich mich sonst eher zurück, da ich niemanden missionieren will).

Das Dessert haben wir im Coox & Candy aber ausfallen lassen, denn nach dem Essen ging es wieder zu mir nach Hause. Dort gab es Obstsalat, Knabbereien, Sekt, Frauenfilme und noch mehr zu reden. Alles in allem ein für mich perfekter Abend. Ich hatte mich v.a. darüber gefreut, dass sich alle meine Freundinnen so gut verstanden haben, denn nicht alle kannten sich schon im Vorfeld. Ich hoffe, dass wir einen solchen Abend bald wiederholen können.

Mein Schatz war übrigens zur selben Zeit bei seinem Jungesellenabschied, sodass es für uns beide eine kürzere Nacht wurde – ausgleichende Gerechtigkeit. Zwinkerndes Smiley

Den Sonntag haben wir zunächst noch ganz entspannt begonnen. Wir haben uns mit Freunden, die extra wegen unserer Hochzeit den weiten Weg aus Japan angereist sind, zum späten Frühstück in der Alten Kanzlei getroffen. Leider hatten wir wegen der letzten Vorbereitungen nicht so viel Zeit für sie, wie wir uns gerne genommen hätten. Aber es war auf jeden Fall schön, dass wir vor der Hochzeit noch die Gelegenheit hatten, um uns gegenseitig auf den aktuellsten Stand zu bringen. Als wir sie das letzte Mal in Japan gesehen hatten, waren sie noch zu zweit, aber unsere Freundin war schon schwanger. Jetzt konnte wir also endlich auch ihre kleine süße Tochter kennenlernen.

Nach dem Frühstück ging es weiter zur Hochzeitslocation, wo wir unseren Teil der Tischdeko aufgebaut haben. Das waren z.B. die Menükarten, Servietten, Windlichter, Teelichter und die Kekstüten. Die Tische waren schon für uns aufgestellt und eingedeckt, und das, obwohl am Abend vorher schon eine Hochzeit war. Da sind eben Profis am Werk!

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Die Blumendeko wurde dann am nächsten Tag vormittags angeliefert und von der Floristin aufgestellt (mit Unterstützung von meinem Schatz – ich war zu der Zeit mit Makeup und Frisur beschäftigt).

Da wir auch mit den letzten gemeinsamen Vorbereitungen schneller fertig waren als geplant, habe ich am späten Sonntagnachmittag sogar noch Zeit für einen kurzen Lauf gefunden.

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Meine Theorie dafür war, dass ein bisschen körperliche Anstrengung bestimmt dazu beitragen würde, dass ich nachts besser schlafen könnte. Ob es nun ausschließlich an diesem Lauf lag, dass ich in dieser Nacht wirklich super geschlafen habe, das weiß ich natürlich nicht. Aber es hat mir schon ein gutes Gefühl gegeben, dass ich noch eine Trainingseinheit “reinquetschen” konnte.

Den letzten unverheirateten Abend haben wir dann eher unspektakulär verbracht. Ich habe nach dem Duschen ca. eine halbe Stunde gebraucht, um meine frisch gewaschenen Haare zu kämmen, da ich keine Spülung und kein pflegendes, sondern nur  ein reinigendes Shampoo verwenden sollte (das Big Shampoo von Lush war perfekt dafür). Dadurch werden die Haare griffiger und lassen sich leichter hochstecken. Gefühlt hat das aber auch zu mehr Haarbruch als in den letzten 5 Jahren geführt. Ausklingen ließ ich den Abend dann mit Nägellackieren, wofür ich noch mehr Zeit als sonst aufgewendet habe – es sollte ja alles perfekt aussehen und roter Nagellack kann da ganz schön heikel sein.

Wie wir in unseren Hochzeitstag gestartet sind, dass verrate ich euch dann im nächsten Post der “Unsere Hochzeit”-Reihe.
Und dann kommen auch bald ein paar Fotos vom großen Tag – auf die freut ihr euch ja am meisten, oder???

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8 Comments

  • Klingt alles sooooooooooooo harmonisch, … nun musste ich neidvoll grad feststellen, dass meine eigene Hochzeit eher weniger romantisch war … auch nicht so intensiv mit Vorbereitungen und so, … dein Junggesellinnenabschied hört sich richtig toll an, wie aus dem Bilderbuch … das hätte mir auch supergut gefallen *schwäm*

  • Es liest sich unglaublich schön! (: Da wird man ganz schön neidisch, liebe Julia.
    Zumindest das Coox & Candy hoffe ich in der kommenden Zeit auch einmal besuchen zu können, mit dem Heiraten hingegen lass' ich mir gern noch ein wenig Zeit… 😀
    Oh, ich bin auf die weiteren Bilder sehr gespannt!
    Viele Grüße!

  • Ich war bislang noch in keinem anderen veganen Restaurant, daher habe ich keinen Vergleich, aber das Coox & Candy ist echt super!

  • Ehrlich? Deine Hochzeit war nicht so romantisch? Das ist aber schade… 🙁
    Die Vorbereitungen fand ich gar nicht so intensiv. Da kenn ich andere, die sich viel mehr Stress gemacht haben. 😉

    In Sachen Jungesellinnenabschied habe ich im Vorfeld einfach nur oft genug deutlich gemacht, was ich mir wünsche – da hatten meine Freundinnen gar keine andere Wahl. 😀

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