32 km – Das Ende naht oder der unverhoffte letzte lange Lauf

Wenn man nach 11 gelaufenen Kilometern noch einen Halbmarathon vor sich hat und nach 16 km erst die Hälfte geschafft ist, dann ist man definitiv im Endspurt des Marathontrainings. Und dann kann es kurz vor knapp doch nochmal zu einer Planänderung kommen, sodass diese 32 km nicht nur mein längster, sondern auch mein letzter langer Lauf waren.

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Doch erstmal zurück zu letztem Montag, als ich noch annahm, dass ein weiterer 30+km-Lauf auf dem Programm stehen würde.

Ich glaube, ich bin mit viel mehr Respekt als sonst in diesen Lauf gestartet – nicht nur für die Distanz, die auf mich an diesem Tag wartete, sondern auch für die Gesamtbelastung am Ende der Vorbereitung. Ich habe meine Erwartungen runtergeschraubt und mir nur das Ziel gesetzt, die 32 km zu schaffen. Es musste nicht schneller sein als andere lange Läufe und es musste mir auch nicht mehr Spaß machen oder leichter fallen. Einfach nur dran bleiben – egal wie schnell, egal mit wie vielen Pausen.

Nachdem ich die ersten 16 km geschafft hatte, konnte ich mir trotzdem nicht nicht vorstellen, wie ich die selbe Distanz nochmal laufen sollte. Ich habe mir bei den bisherigen langen 20+km-Läufen immer versucht vorzustellen, dass ich doch einfach nur die Strecke, die ich bis dato gelaufen bin, zurücklaufen müsste. Komischer Weise erschien mir das dann immer unvorstellbar. Doch als ich am Montag die 20 km geschafft hatte, habe ich eine gewisse Erleichterung gespürt: “Nur” noch etwas mehr als 10 Kilometer vor mir zu haben, erschien mir dann als durchaus machbar. Und das war es am Ende auch.
Es hat mir auch sehr gut getan, dass dieser lange Lauf nicht Ansatzweise so furchtbar war wie der letzte. Es war zwar durch meine Streckenwahl super anstrengend, da es so viel und teilweise lang am Stück bergauf (und zum Schluss ein ganz langes Stück vom Schloss Solitude bergab) ging, aber es war sowohl körperlich als auch mental keine so große Quälerei wie in der Vorwoche.

Gleichzeitig zur Aufregung vor dem großen Ereignis stellt sich gerade auch eine gewisse Ruhe und Gewissheit, dass ich den Marathon schaffen werde, in mir ein. Auch wenn ich in der Vorbereitung die volle Marathonstrecke nie am Stück gelaufen bin und die 32 km von dieser Woche schon wahnsinnig lang waren (und da fehlen immer noch 10 km bis zum Marathon), so kommt mir die Wettkampfstrecke in meinem Kopf irgendwie kürzer vor als meine langen Läufe. Vielleicht, weil sie viel flacher sein wird, weil ich sie nicht alleine laufen werde, wegen der Zuschauer oder wegen der Versorgungsstellen – ich weiß es nicht so genau.

Ich habe mich wirklich gewappnet gefühlt, einen weiteren 30+km-Lauf in Angriff zu nehmen. Doch leider ist daraus nichts geworden, da es nach meinem Lauf am Donnerstag anfing, heftig in meiner linken Pobacke zu zwicken. Es war nicht von Anfang an schmerzhaft, sondern ist im Laufe des Nachmittags und beim Arbeiten unangenehmer geworden. Am Freitag war es zwar noch nicht wieder ganz weg, aber um einiges besser, sodass ich mich trotzdem auf den Weg zum Bahntraining gemacht habe. Ich dachte, es ist vielleicht nur eine Verhärtung und ein bisschen Bewegung könnte nicht schaden. Ja, ich weiß, das war total blöd (und total typisch für mich!). Gerächt hat sich das direkt in der Nacht und auch am Samstag. Ich hatte nicht nur Schmerzen beim Gehen, sondern auch wenn ich mich nicht bewegt habe. Dank Ibuprofen-Tabletten, Diclofenac-Salbe, kühlen und Ruhe ist es aber gestern deutlich besser geworden. Mein Verdacht ist eine Zerrung – zumindest sprechen die Symptome dafür. Heute wollte ich eigentlich auch zum Arzt, habe aber auch für die folgenden Tage keinen Termin mehr bekommen. Jetzt schau ich einfach, wie es sich die nächsten Tage entwickelt und mache auf jeden Fall Sportpause (d.h. ich gebe auch keine Kurse).

Ich möchte unbedingt am 26.10. an den Start gehen! Das würde mich so ärgern, wenn das jetzt doch nicht klappen würde! Den wichtigsten Teil der Vorbereitung habe ich ja schon geschafft. Jetzt wird das Tapering eben etwas intensiver ausfallen. Basti, mein Laufcoach, hat mir auch versichert, dass diese letzten Einheiten – auch wenn da noch ein langer Lauf dabei gewesen wäre – nicht das Zünglein an der Waage sein sollten. Zumindest nicht, was das Ankommen angeht. Zum Wochenende hin schaue ich dann, wie es mit lockerem Laufen klappt, und bis dahin genieße ich einfach, dass ich unverhofft mehr Zeit zum Ausruhen habe.

T –13 Tage zum Marathon.

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4 Comments

  • Mit 32 km kannst du durchaus an den Start des Marathons gehen! Nur ist eben jetzt Schonung, bzw. nur kurze und / oder langsame Läufe angesagt – vorrausgesetzt deine Verletzung macht mit!

  • Hallo Julia, jetzt nur nicht zu früh wieder belasten, sondern das Auskurieren in den Vordergrund stellen. Die Zeit dazu hast du noch! Lockerungsübungen, bewusstes Spazierengehen, und -zur Not privat finanziert- ein paar Massage-Einheiten. Dampfbad, ein Thermalbadbesuch etc., das volle "Tut-gut"-Programm. Du wird konditionell in einer Woche nicht nennenswert abbauen, was du dir davor monatelang an Kondition antrainiert hast. Aber eine nicht ordentlich auskurierte Zerrung, Muskelverhärtung, Sehnenreizung o.ä. kann den Marathon ruinieren. Also: Höre auf die Signale deines Körpers, jetzt völlig auskurieren, ein bis zwei Tag vor dem Marathon nochmals locker laufen << 10km und nächste Woche viel Erfolg, deine Leser drücken dir alle die Daumen.

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