26 km – Darf’s ein bisschen mehr sein?

Das Marathontraining erstaunt mich immer wieder aufs Neue. Da denkt man, dass es bei dem erreichten Laufpensum einfach keine guten Trainingswochen mehr geben kann, schon wird es wieder besser. Wobei ich den Bericht zur letzten Trainingswoche doch vor dem heutigen langen Lauf hätte schreiben sollen, als ich noch total euphorisch von diesem “Zwischenhoch” war (der heutige Lauf war nicht so schön). Doch vielleicht gibt mir der Rückblick auf die gute letzte Woche ja für den Rest der aktuellen Trainingswoche einen Motivationsschub.

26 km sind es beim langen Lauf geworden. Das waren nicht nur 4 km mehr als in der Vorwoche, sondern auch 1 km als im Plan stand.

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Doch so läuft es eben manchmal beim Lauftraining: Man verschätzt sich bei der Länge der Laufstrecke und muss dann am Ende noch eine extra Runde dranhängen (was mir in den meisten Fällen passiert) oder es wir eben ein bisschen mehr gelaufen. Wobei letzteres eher aus der Not heraus geboren wurde, da ich im Laufschritt eben immer noch schneller wieder zuhause bin, als wenn ich das letzte Stück gehen würde. Außerdem war zu diesem Zeitpunkt das Gehen sogar noch schmerzhafter als das Laufen. Da wurde es halt ein bisschen mehr. Ist ein gutes Gefühl, wenn das klappt!

Es war wirklich ein guter Lauf! Das Wetter hat mir in die Karten gespielt (bewölkt und eher kühl – doch so mag ich es am liebsten!), ich hatte schon nach dem Aufstehen eine ungefähre Richtung für die Strecke im Kopf und gerade im zweiten Drittel bin ich in einen richtigen Flow reingekommen. Ich wurde sogar zum Ende hin schneller, ohne dass ich das bewusst gesteuert hatte. Ich habe den Lauf mit dem Gefühl beendet, dass es auch nicht so schlimm gewesen wäre, wenn ich noch hätte länger laufen müssen. Das konnte ich bei den 20+km-Läufen davor nicht sagen!

Was mich aber immer mehr plagt ist mein unglaublich empfindlicher Magen nach diesen langen Läufen! Ich kann dadurch gar nicht so viel essen, wie ich gerne würde, weil mir nach dem langen Lauf nicht nur schnell schlecht wird, sondern mein Magen auch in den Tagen danach noch leicht übersäuert ist. Ich schleppe dann tagelang ein Kaloriendefizit mit mir rum, dass sich einfach nicht gut anfühlt. Ja, ich weiß, andere würde sich darüber freuen, da ich so gerade natürlich abnehme. Aber auf einen übersäuerten Magen und das damit verbundene Unwohlsein kann ich gerne verzichten. Außerdem habe ich zur Zeit ziemlich oft Lust auf ungesunde Sachen wie Cola, Chips & Co. Ich versuche zwar, so gut wie möglich mit gesunden Snack- und Getränkealternativen zu kontern. Aber manchmal bekomme ich einfach nichts anderes runter, weil ich nur auf das ungesunde Zeug Appetit habe. Ich lasse daher aktuell mehr Ausnahmen zu, da ich gemerkt habe, dass ich dadurch gerade bei den größeren Hauptmahlzeiten wieder mehr Lust auf Gemüse, Vollkorn & Co. habe. Ich weiß, das ist eine komische Logik. Doch lasse ich mich hier auch vom Intuitiv-Essen-Ansatz leiten: Langfristig wird sich das von selbst wieder einpendeln, v.a. wenn das Marathontraining vorbei ist.
Wie geht es denn anderen Läufern damit? Ich könnte eure Erfahrungen und Tipps gut gebrauchen!

Die gute Stimmung nach dem langen Lauf hat sich auch auf den Rest der Trainingswoche ausgewirkt: Der gesteigerte Dauerlauf, den ich sonst immer als super fies erlebt hatte, lief etwas leichter, obwohl ich dieses Mal ausnahmsweise wieder diverse Runden um die Bärenseen gedreht hatte (manchmal braucht es ein bisschen Monotonie). Am Freitagmorgen habe ich dann mein Bahntraining alleine auf dem Laufband absolviert, da es für mich im Anschluss zu einem Kurztrip an den Gardasee ging. Morgens nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen eine harte Einheit hinzulegen ist zwar sonst nicht mein Ding, aber für den Marathon war ich auch dazu bereit. Außerdem wurde ich am Wochenende ausreichend dafür entschädigt. Oder was sagt ihr zu diesem Sonnenuntergang?

Nächste Woche könnt ihr euch dann an dieser Stelle mein Gejammer zum heutigen langen Lauf und dem Rest der viertletzten Woche vor dem Marathon anhören. T-27 Tage.

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10 Comments

  • Das gute an den langen Läufen ist ja, das du praktisch alles essen kannst und nicht zunimmst. Von daher lass dir alles schmecken wonach du Gelüste hast 🙂

  • Ja, das stimmt allerdings. Wobei ich das nicht als Ausrede zum Sündigen nutzen will. Gutes Essen wird mich ja auch beim Training unterstützen. Ich will mich davon aber auch nicht zu sehr stressen lassen. 😉

  • Liebe Julia,

    kenn das momentan auch ähnlich, bin auch bei meinen langen Läufen aber halt schon bei den 30-32km, in Vorbereitung auf Frankfurt. Wird mein 6.ganzer! *freu*
    Wo läufst du?
    Hab gesehen, wir haben noch was gemeinsam: "21 days of OM" (soll heißen Yoga-Leidenschaft! ;))
    Ich hab leider das Problem, dass ich nach meinen langen Läufen gar keinen Hunger hab, dann geh ich ins Bett und dann um 2:30 Uhr "steh" ich hungrig im Bett! Schräg!

    Wünsch dir alles Gute!
    lg Lydia

  • Hallo Lydia,
    das ist ja toll, dass wir sowohl bei der Yoga-Challenge als auch bei Frankfurt-Marathon beide mit von der Partie sind!
    Ich freue mich schon auf den Erfahrungsaustausch und vielleicht sehen wir uns dann ja in Frankfurt. 🙂

    Liebe Grüße
    Julia

  • Ach meine Liebe! Es ist großartig, deine Trainingsgedanke zu lesen. Selbst bei meinem HM-Training habe ich immer mal wieder Gedanken und Fragen, die mir durch den Kopf gehen und für die ich noch keine Lösung gefunden habe. Für dich wird es das Marathondebüt, für mich das Halbmarathondebüt. Wir werden es beide schaffen! 🙂

  • Hallo Julia!
    Ja für mich die perfekte "Herbstkombi"!
    Und als treue Leserin würd ich mich natürlich über ein Treffen freuen!
    Übrigens: probier mal nach dem langen Lauf oder zumindest am Abend ein Basenpulver zu dir zu nehmen. Hilft wegen dem sauren Magen!
    Mir zwickts momentan grad ziemlich fies im hinteren Oberschenkelmuskel! Eifriges Rollen mit Tennisbällen und Blackroll steht am Plan!
    Alles Liebe, Lydia

  • Hi Stefanie,

    ich muss zugeben, dass die Yoga-Challenge für mich gerade hauptsächlich aus Meditieren besteht (und das Meditationsangebot von YMH finde ich echt gut), da ich sportlich die letzten Tage so viel auf dem Plan hatte. Von daher kann ich deine Zweifel total gut nachvollziehen.

    Für mich liegt die Herausforderung eher darin, mehr Yoga in meinen Alltag zu bringen – egal ob es das Zubereiten einer leckeren Mahlzeit ist oder einfach ein paar Minuten Ruhe.

    Ich wünsche dir, dass du eine für dich gute Entscheidung triffst!

    Alles Liebe
    Julia

  • Hi Lydia,
    dann lass uns das mit dem Treffen mal ins Auge fassen. Entweder am Abend vorher zur Pastaparty oder beim Start. Welche Zielzeit peilst du denn an?
    Danke für den Tipp mit dem Basenpulver. Ich hab mir heute eins geholt – mal schauen, ob mir das hilft.

    Liebe Grüße
    Julia

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