Ich und mein Yoga

Es ist schon eigenartig, dass ich noch nie einen eigenen Post zum Thema Yoga geschrieben habe, wo Yoga doch ein so wichtiger Teil meines Lebens geworden ist. Daher möchte ich das heute nachholen.

Yoga_uebungen

Yoga erfreut sich ja seit einigen Jahren einer großen Beliebtheit und die Zahl derer, die Yoga – in welcher Form auch immer – praktizieren, steigt. Auch ich zähle zu denjenigen, die zwar noch nicht lange Yoga praktizieren, für die es aber nun nicht mehr wegzudenken ist. Ich möchte hier aber weniger darüber schreiben, was Yoga eigentlich ist, wo es herkommt und wie sich das moderne Yoga entwickelt hat, sondern ich möchte eher darauf eingehen, was Yoga für mich persönlich bedeutet und wie es dazu gekommen ist, dass Yoga nun so wichtig für mich ist.

Von Yoga habe ich schon zu meiner Teenagerzeit gehört, wo es noch nicht ganz so beliebt war wie jetzt. Es gab seitdem auch schon einige Versuche, mich mit Yoga anzufreunden: Ich habe mir mal ein Buch gekauft, habe den Yoga-Kurs in meinem Fitnessstudio besucht oder die in Zeitschriften beschriebenen Yoga-Strecken ausprobiert.  Aber irgendwie habe ich Yoga damals nicht “verstanden”. Vielleicht, weil ich noch nicht bereit war, mich darauf einzulassen.
Vor ca. 1,5 Jahren, als ich beruflich unter der Woche nicht zuhause war, habe ich nach Möglichkeiten gesucht, im Hotel Sport zu machen. Diese Zeit war für mich stressig und anstrengend, sodass ich ziemlich unausgeglichen war. Mir kam dann eine Yoga-DVD von Ursula Karven in die Hände, die mich sofort angesprochen hatte. Es war wohl das, was ich zu diesem Zeitpunkt gebraucht habe: Eine Möglichkeit, Körper und Geist in dieser für mich schwierigen Phase zu entspannen und wieder zusammen zu bringen. Die DVD habe ich so oft abgespielt, dass es mich wundert, dass sie überhaupt noch läuft. clip_image001 Irgendwann wurde mir das dann natürlich zu langweilig und ich wollte mehr. Per Zufall bin ich dann auf die Online-Yoga-Plattform yogadownload.com gestoßen, wo es eine große Auswahl an unterschiedlichen Yoga-Kursen in verschiedenen Längen und für verschiedene Bedürfnisse gibt. Die meisten Kurse sind Audios, zu denen es jeweils eine begleitende Asana-Übersicht  gibt. Zuerst war ich mir total unsicher, ob das so überhaupt funktionieren kann, wenn ich nicht jemanden sehe, der die Übungen vormacht (v.a. da die Yogadownload-Kurse ja auf Englisch sind), aber für mich funktioniert das wirklich sehr gut. Dadurch, dass es nur die Stimme des Lehrers/Lehrerin gibt, auf die man sich verlassen kann, sind die Anweisung sehr genau und ich kann mich gut darauf einlassen, ohne dass ich ständig irgendwo hinschauen muss. Wenn ich dann doch mal was nicht verstehe, dann schaue ich einfach in der Asana-Übersicht nach. Der große Vorteil von Yogadownload ist, dass es zu den meisten Kursen eine 20-minütige Version gibt, die man sich kostenlos anhören bzw. runterladen kann. So hatte ich die Möglichkeit, das Angebot zunächst auszuprobieren. Denn Yogadownload ist sonst leider nicht kostenfrei. Es gibt jedoch unterschiedliche Möglichkeiten, eine Yogastunde zu erwerben: man kann Kurse einmalig anhören oder runterladen und es gibt Wochen-, Monats- sowie Jahresabos. Ich habe ein Jahresabo, das 90 US-Dollar kostet, welches ich aber durch eine Angebotsaktion für nur 50 US-Dollar bekommen habe. Dieses Abo ermöglicht es mir, alle Yogadownload-Stunden runterzuladen und sie für immer zu behalten. Gefreut hat mich insbesondere, dass ich meine Jahresabo letzten Monat zum selben günstigen Preis verlängern konnte! Ich dachte zunächst, dass das vielleicht nur eine einmalige Angelegenheit zu diesem Preis sei. Wenn man bedenkt, was man sonst monatlich z.B. fürs Fitnessstudio zahlt, dann ist das Angebot von Yogadownload ein Megaschnäppchen – auch zum regulären Preis!

Das wichtigste daran ist aber, dass ich so den ich glaube für mich perfekten Weg für die Yoga-Praxis gefunden habe: Ich für mich, egal, wo ich bin. Klar werde ich immer mal wieder auch einen Yoga-Kurs besuchen, so wie z.B. das Bikram-Yoga, aber ich genieße es total, dass ich mit Yoga zeitlich und örtlich unabhängig bin. Außerdem kann ich immer genau das machen, wonach mir gerade ist: Ich praktiziere zwar hauptsächlich Vinyasa Yoga, da ich die Kombination aus Dehnung und dynamischer Bewegung toll finde, aber ich mache z.B. auch öfter Hatha Yoga, v.a. wenn ich das Bedürfnis nach mentaler Entspannung habe oder meine Muskeln vom Lauftraining dringend Regeneration brauchen.

Wie ihr seht, beschäftige ich mich hauptsächlich mit den körperlichen Übungen des Yoga, den Asanas, was im Prinzip die meisten auch unter Yoga verstehen. Yoga umfasst aber als philosophische Lehre noch andere Aspekte, wie z.B. die Atemübungen (Pranayama) oder bestimmte Verhaltensweisen der Gesellschaft (Yama) bzw. sich selbst (Niyama) gegenüber, welche im Yogasutra von Patañjali zusammengefasst wurden. Damit habe ich mich aber noch nicht eingehender beschäftigt – das steht noch aus. Ich habe deswegen jedoch nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas falsch oder ich deswegen nicht Yoga richtig mache. Ich mache bestimmt einige Dinge nicht ganz richtig, z.B. arbeite ich immer noch sehr intensiv an meiner Atmung, und es gibt noch viel zu lernen, speziell was die Hintergründe der Lehre anbelangt. Aktuell bin ich eben “ nur” bis zu diesem Punkt vorgedrungen. Es ist eher so, als ob ich Yoga jetzt auf meine ganz persönliche Art und Weise verstanden habe. Mich würde das sonst total stören, nicht alles perfekt zu können, aber nicht bei Yoga. Es ist mein eigener Weg, den ich beschreite – und deswegen ist er für mich der richtige. Zumindest glaube ich, dass es genau darum bei Yoga geht: Dass man seinen eigenen Weg findet und nicht nur etwas tut, weil jemand anderes sagt, dass das richtig oder besser sei. Genau dieses Prinzip habe ich durch Yoga auch auf andere Lebensbereiche übertragen können.
Yoga ist für mich eine Quelle ganz unterschiedlicher Energiearten. Es ist ein Zufluchtsort, aber auch eine Herausforderung. Das Prinzip der gleichen und doch gegensätzlichen Kraft, die man damit erzeugt, ist für mich zu einer wichtigen Stütze geworden, die ich nicht mehr missen möchte. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, eine Ausbildung zum Yoga-Lehrer zu machen. Aber das ist aktuell noch Zukunftsmusik und ich habe mich dahingehend noch nicht weiter informiert. Für nützliche Informationen und Tipps von euch, würde ich mich natürlich sehr freuen!
Und wenn ihr euch fragt, welche meine Lieblingsasana ist, dann möchte ich euch diese Information natürlich nicht vorenthalten. clip_image001[1]
Meine Lieblingsasana ist die Taube und auch ihre unterschiedlichen Variationen. Die Taube ist eine herausfordernde Asana, die mir alles andere als leicht fällt. Sie fühlt fast unangenehm an, aber auf eine positive Art und Weise. Es ist eine sehr befreiende Asana, die nicht nur Verspannungen in der Hüfte löst, sondern auch Stress und geistige Anspannung lindert.

Namaste.

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11 Comments

  • Liebe Julia,
    das klingt bei dir soooooooooooooo interessant. Ich habe YOGA noch nie ausprobiert, weil mir das irgendwie zu "langweilig" erschien. Bislang bin ich lieber zu den Les Miles Kursen gegangen oder so, die Kraft und Ausdauer im Vordergrund hatten. Nach der Schwangerschaft Nr. 3 wollte ich sanft wieder einsteigen und habe es mit Pilates versucht … uff, ich habe mich so geschämt, weil ich so ungelenk bin und mir immer alles weh tat. Nun traue ich mich nichts mehr, … aber dein Yoga-Bericht macht mir wieder etwas Hoffnung, … vielleicht versuche ich es ja doch mal. Irgendwo flattert hier auch eine DVD rum, glaube ich.

  • Ich bin auch ein großer Fan von den Les Mills-Kursen, v.a. von Body Pump. Aber ich habe auch total gerne Body Balance gemacht, was jetzt im Prinzip durch Yoga ersetzt wurde.

    Du brauchst dich für überhaupt nichts schämen, auch wenn du aktuell noch total ungelenkig sein solltest oder nur 5 von 10 Wiederholungen machen kannst. Du kannst nur besser werden! Pilates ist denke ich eine ganz tollen Möglichkeit, mit dem Krafttraining wieder einzusteigen, da man hauptsächlich mit dem eigenen Körpergewicht trainiert und auch mit dem Kopf immer ganz bewusst bei der Sache sein soll (was mir total wichtig ist).
    Schau dir mal die Seite http://yogamour.de/ an. Dort gibt es kostenlose kurze Yoga-Videos, auch für Anfänger. Vielleicht ist das was für dich.

    Liebe Grüße

  • Du schreibst, du machst "auch mal Hatha Yoga". Daher möchte ich anmerken, dass alle körperlichen Stile (auch irgendwelche modernen wie Bikram) unter Hatha Yoga fallen. Hatha Yoga ist der Oberbegriff für den körperlichen Teil im Yoga und dient dazu, den Körper inkl. feinstofflichem Chakra- und Nadisystem gesund und ausgeglichen zu erhalten und – als Einsteigerstufe – den Geist konzentrieren zu lernen.

  • Da hast du natürlich vollkommen recht. Hatha ist sozusagen der Ursprung der anderen Stile, kann ja aber auch für sich alleine genommen praktiziert werden.

  • Ich habe gerade mal nachgesehen, wie man überhaupt Yoga-Lehrer wird und hätte nie gedacht, dass die Ausbildung so teuer ist. Und ehrlich gesagt, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass jeder Volkshochschul- oder Fitnessstudio-Yogalehrer die Ausbildung gemacht, oder?!

  • Ja, diese 200- bzw. 300-Stunden-Ausbildungen kosten ganz schön was. Ich weiß aber ehrlich nicht, was es sonst noch für anerkannte Ausbildungen gibt. Man kann bestimmt auch mal so nen Wochenendkurs machen, der dann für die VHS reicht, aber wenn man das nicht nur nebenberuflich machen will, dann ist das glaub ich nicht ausreichend.

  • Das klingt wirklich toll! Ich beschäftige mich derzeit ja auch wieder mehr mit Yoga. Bislang habe ich lediglich im Fitnessstudio den Yoga-Kurs besucht. Das war immer unheimlich toll! Das Einzige, was ich im Fitnessstudio vermisse!! Ansonsten habe ich eine Yoga-DVD, die ist schön für morgens nach dem Aufstehen, wenn man noch so ein wenig steif vom Schlafen ist, aber sie fordert mich nicht genug.
    Daher bin ich auch grad auf der Suche nach neuen, tollen Videos.
    Ich schau mal bei Yogadownload vorbei.
    Liebe Grüße Kristin

  • Hi Julia, bei yogadownload werde ich ab sofort auch einiges ausprobieren 🙂 Danke für den Tip!!! Ich mache Yoga auch schon seit vielen Jahren, mal mehr mal wieder weniger. Habe einige Kurse besucht. Im Moment ist auch irgendwie rein mental das Laufen im Vordergrung für mich. Aber mein Ziel für die Zukunft ist es Yoga auch wieder in mein Leben regelmäßig zu integrieren. Ist ja auch ein toller Ausgleich dafür. Ich fange jetzt an es wieder mehr zu genießen, was einfach mit dem weniger werdenen Gewicht zu tun hat. Nicht, dass man Yoga nicht mit ein paar Pfunden zu viel machen kann, aber mich haben die Fettpolster bei den Übungen teilweise total genervt. Das kommt glaub ich daher, dass ich von Natur aus sehr flexibel bin und dann durch die Pfunden manchmal nicht so tief in die Übung gehen konnte, wie von der Flexibilität her. Und an Kraft fehlt es mir auch noch ganz schön. 😉 wer behauptet yoga könnte nicht anstrengend sein…;)
    P.S. Meine absolute Lieblingspose: DIE TAUBE ;))) Oh gott wie ich diese Dehnung liebe, auch wenn es heftig ist. Die mache ich auch als Dehnübung nach jedem Lauf!!! Und ich mag den Kopfstand 🙂
    Schöner Post! Liebe Grüße, Mimi

  • Keine Sorge, ich habe es unter Aufsicht lange geübt!!!! Das ist auch wichtig! Man kann nicht einfach mit Schwung hochgehen und juchu schrein, sondern es langsam üben, dass man es aus den Bauchmuskeln her macht…(langsam hochgehen)…Aber wie gesagt, ich habe es lange im Yogakurs geübt…;) Ist wichtig vor allem wegen dem Nacken.

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