19,4

Ich hatte diese Woche eine böse Vorahnung in Form eines schlimmen Traums:
Es war der Tag meines Halbmarathons. Ich war schon vor Ort in Großbottwar mit meinem Freund und meinem Papa. Alles lief nach Plan.
Und dann, kurz vor dem Start, ist mir aufgefallen, dass ich meine Startunterlagen nicht dabei hatte! Alles lag noch zuhause: mein Zeit-Chip, meine Startnummer etc.
Ich habe noch versucht, bei der Organisation etwas zu regeln, sodass ich trotzdem mitlaufen könnte. Aber da ging nichts. Die Erklärung war, dass ich ja schon angemeldet sei und die Startunterlagen schon zugeschickt bekommen hätte. Wäre dem nicht so, dann könnte ich mich noch nachmelden. Nur so konnte man leider nichts für mich tun. Ich sollte halt bei einer anderen Veranstaltung mitlaufen. Der Bottwartal-Marathon war gestorben.
Ich war so wütend!!! Ich habe alle um mich herum angeschrien, dass ich bei keinem anderen Rennen laufen möchte, sondern bei diesem. Meinen Freund und meinen Papa habe ich die Schuld für die vergessen Unterlagen in die Schuhe geschoben (sie hätten ja auch mal mitdenken können). Und ich war so wütend auf mich, weil ich mir meinen ersten Halbmarathon verdorben hatte.
Dann bin ich ziemlich aufgewühlt aufgewacht…..

Ihr könnt euch ja vorstellen, dass ich seit diesem Traum mindestens ein Mal täglich zu meinem Freund sage: “Ich darf die Startunterlagen nicht vergessen!” Zwinkerndes Smiley
Jaja, so 2 Wochen vor dem Großereignis darf die Nervosität schon zunehmen, oder???

Blicken wir zurück auf die letzte Trainingswoche:

image

Der lange Lauf aus der Vorwoche hat mir ganz schon zu schaffen gemacht, sodass ich am Montag das dringende Bedürfnis nach einer entspannenden Yoga-Stunde hatte. Außerdem hatte ich mich auch dazu entschlossen, Body Pump für diese Woche ausfallen zu lassen und lieber nur Pilates zu machen.
So richtig erholt war ich bis Mittwoch aber immer noch nicht. Mein Tempotraining auf dem Laufband war eine ganz schöne Qual, auch wenn ich mich bis zum Schluss durchgekämpft habe.
Danach war mir eins klar: Am Donnerstag wird ein Tag Pause eingelegt. Ich habe das nicht nur physisch, sondern auch psychisch gebraucht. Ich wollte einfach nur einen Abend lang faul auf der Couch liegen. Nicht mal Yoga kam in Frage. Ich dachte mir: “Vielleicht komme ich am Samstag dazu, die Einheit nachzuholen. Aber wenn nicht, dann halt nicht.”
Ich hatte aber auch die Befürchtung, dass ich so kurz vor dem Ziel einen Motivationshänger bekommen könnte. Denn am Freitagabend, als ich nach der Arbeit und einem riesen Lebensmitteleinkauf nach Hause kam, war ich total genervt und hatte gar keine Lust mehr, nochmals los zu gehen. Da habe ich mich dann aber zusammengerissen, da ich wusste, dass meine schlechte Laune nach dem Lauf wie weggeblasen sein würde. Und was bin ich froh, dass ich diesen Lauf gemacht habe!!! Denn ich bin die etwas mehr als 8 km mit einem Schnitt von 10,8 km/h gelaufen! Problemlos, möchte ich betonen. Smiley

Am Sonntag bin ich dann zu meinem letzten langen Lauf mit Distanzverlängerung zur Vorwoche aufgebrochen – dem längsten Lauf vor dem Halbmarathon.
Wenn ich in der Vorwoche dachte, ich könnte nach 18 km keinen Schritt weiter laufen, dann trifft das diese Woche auf 19,4 km zu. Zwinkerndes Smiley
In Summe war es ein schöner Lauf. Das Wetter war super. Ich gewöhne mich so langsam an die Strecke um die Bärenseen. Ich war wieder ein bisschen schneller unterwegs als in der Vorwoche. Aber dennoch raubt mir der Rückweg vom Bärenschlössle immer noch den letzten Tropfen Energie, sodass ich manchmal das Gefühl hatte, ich laufe wie ein Besoffener. Die Hoffnung, dass mich diese Plagerei auf den letzten Kilometern der langen Trainingsläufe den Halbmarathon besser zu Ende bringen lässt, besteht weiterhin.

Als ich wieder zuhause war, habe ich mir erst mal die Badewanne mit eiskaltem Wasser gefüllt, mir dann eine Kapuzenjacke über mein Laufshirt gezogen und mich mit einer Tasse heißem plus Lesestoff in das Eisbad gesetzt.

DSC_1406DSC_1399

Ich bin davon überzeugt, dass das Eisbad wahre Wunder wirkt!!! Ich versuche, mindesten 15 Minuten drinzusitzen – was mit gewärmten Oberkörper und einer guten Lektüre (ja, ich lese die Stieg Larsson-Trilogie erst jetzt) kein Problem darstellt.

Nach Eisbad und Duschen kommt dann meistens der Hunger.
Da wir geplant hatten, erst abends zu kochen, habe ich mir einen Bananen-Erdbeere-Eiweiß-Smoothie gemacht.
DSC_1457

Und dann, irgendwann am früher Abend, hat der lange Lauf seinen Tribut gezollt und mir den Stecker gezogen. Ich war im halb 10 im Bett. Zwinkerndes Smiley

Written By
More from Julia

Song der Woche KW8/2011

Mein Song der Woche ist “Feelin’ The Same Way” von Norah Jones....
Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.