Frühjahrsputz für meinen Körper

Heute beginnt sie wieder: die Fastenzeit.
Die letzten Jahre habe ich in dieser Zeit ein Konsumfasten gemacht. Doch da sich mein Konsum in den letzten Monaten stark eingeschränkt hat (da ich weniger Geld als früher zur Verfügung habe, kann ich auch nicht mehr so viel ausgeben – außerdem will ich lieber noch ein Polster für die neue Wohnung haben), wäre das in diesem Jahr keine wirkliche Herausforderung.

Daher möchte ich den Beginn der Fastenzeit dazu nutzen, um euch von einem anderen, für mich sehr wichtigen Vorhaben zu erzählen. In meinem gestrigen Post habe ich schon geschrieben, dass ich mich dem Themenbereich rund um meine Figur, meine Ernährung, Wiegen & Abnehmen und mein Körperbild annehmen möchte. Da ist es in den letzten Monaten leider nicht ganz so gut gelaufen.

Frühjahrsputz

Als ich in meinem neuen Job als Fitnesstrainer angefangen habe, war ich primär darauf bedacht, mit meinem neuen Tages- und Arbeitsrhythmus zurecht zukommen. Gefühlsmäßig habe ich mich in dieser Zeit nicht groß anders ernährt als davor: frisches Obst und Gemüse, Smoothies, Vollkornprodukte etc. standen weiterhin auf meinem Speiseplan. Doch muss ich auch zugeben, dass ich meine unregelmäßigen Arbeitszeiten oft als Ausrede benutzt habe, nicht mehr auf regelmäßige Mahlzeiten zu achten. Außerdem habe ich mir nicht so viele Gedanken bezüglich Essensvorbereitung gemacht und es musste oft ganz schnell gehen, da ich schon großen Hunger hatte. Und die Tatsache, dass ich ja jetzt beruflich viel mehr auf den Beinen bin als früher, war auch oft eine Ausrede, um mehr zu essen als nötig.
In meiner Jahreslandkarte für 2014 hatte ich mir bereits vorgenommen, dass ich in Sachen Ernährung möchte einen Weg finden, der mich besser bei meinen von Tag zu Tag unterschiedlichen Arbeitszeiten unterstützt. Ich habe gespürt, dass ich es so nicht weitergehen kann. Ich habe mich unwohl gefühlt. Und wenn ich mich in den letzten Wochen im Spiegel betrachtet habe, dann hat mir  das, was ich gesehen habe, nicht gefallen. Wirklich wahrhaben wollte ich es aber nicht.
Ich habe oft gedacht, dass ich mir das bestimmt nur einbilde, dass ich zugenommen habe. Geändert hat das nichts, denn unzufrieden war ich trotzdem. Da ich mich aber seit über einem Jahr nicht gewogen (das letzte Mal in der Klinik) und kein Maß genommen habe, hatte ich keinerlei Möglichkeiten festzustellen, ob sich wirklich was verändert hat oder ob mir meine Selbstwahrnehmung nur einen Streich spielt.

Und letzte Woche habe ich dann entschieden, dass damit Schluss ist und habe meiner Angst vor der Waage ins Auge geblickt. Ich wollte einfach nicht länger in dieser Unzufriedenheit und Ungewissheit verharren, sondern aktiv werden. Die Zahl auf der Waage hat mir nicht gefallen. Es sind 3kg mehr als vor einem Jahr – und da war ich schon 3kg von meinem Idealgewicht entfernt. Um das Bild zu vervollständigen habe ich an Taille, Hüfte und an beiden Oberschenkeln Maß genommen. Auch da lügen die Zahlen nicht: Die Extrakilos spiegeln sich v.a. bei meinem Taillenumfang wider.

Ich bin ganz ehrlich zu euch: Das ist ein schwieriges Thema für mich. Ich schäme mich dafür zuzugeben, dass ich zugenommen, meine Ernährung nicht mehr so gut im Griff und Angst vor der Waage habe – v.a. jetzt, wo ich als Fitnesstrainer arbeite! Doch muss ich mir hier selbst das sagen, was ich meinen Kunden im Fitnessstudio auch immer sage: Es geht darum, regelmäßig den Ist-Zustand festzuhalten, denn sonst lässt sich nur schwer nachvollziehen, ob sich etwas verändert bzw. ob die getroffenen Maßnahmen wirklich greifen.
Erstaunlicher Weise fühle ich mich aber auch total befreit – auch wenn ich weiß, dass jetzt ein Stück Arbeit vor mir liegt! Es ist die Tatsache, dass ich mich wieder handlungsfähig gemacht habe, dass ich mir auch in diesem Lebensbereich meinen Gestaltungsraum zurückerobert habe. Das fühlt sich so super an! Ich kann mir mit gutem Gewissen Ziele stecken und ich glaube daran, dass ich sie erreichen und auch offen dazu stehen kann, wenn es länger dauern sollte oder es Rückschläge gibt.

Hier sind also die Ziele für den Frühjahrsputz für meinen Körper:

  • Ich möchte 6kg abnehmen in einem Zeitraum von 12 Wochen, da 500g Gewichtsreduktion pro Woche eine realistische Größe für gesundes Abnehmen ist.
  • Ich werde regelmäßige Mahlzeiten in meinen unregelmäßigen Arbeitsalltag integrieren.
  • Ich werde mich wieder auf die Eat-Clean-Grundsätze zurückbesinnen und ENDLICH meinen Tone-It-Up-Ernährungsplan richtig nutzen.
  • Ich werde bewusster und langsamer essen.
  • Ich werde ein Essenstagebuch führen (das habe ich diese Woche begonnen).
  • Ich werde mich ein Mal pro Woche wiegen, Maß nehmen und die Werte dokumentieren.
  • Ich werde die Entwicklung auch mit Fotos festhalten, um die Veränderung über die Zeit sehen zu können.
  • Ich werde in der Therapie die emotionalen Aspekte betrachten und daran arbeiten.
  • Ich möchte hier auf dem Blog über meine Reise berichten.

Nächste Woche geht’s mit der 5-Tage-Saftkur von Jason Vale richtig los mit dem Frühjahrsputz. Ich freue mich schon sehr auf die vielen, leckeren Säfte sowie auf das Entgiften und Entschlacken. Da ich mich ja jetzt wiege, kann ich mal schauen, was an dem Versprechen, 5lbs in 5 Tagen zu verlieren, wirklich dran ist.

Ich mache also keine klassische Fastenzeit, in der ich auf etwas bestimmtes verzichte. Aber Abnehmen ist natürlich auch mit Verzicht verbunden, denn ich muss natürlich weniger Energie aufnehmen als ich verbrauche. Für mich fühlt es sich jedoch eher als Bereicherung an, in Sachen Ernährung die Zügel wieder in die Hand zu nehmen und mich auch wieder wohler in meinem Körper zu fühlen.

Wie sieht es bei euch in Sachen Fastenzeit dieses Jahr aus? Habt ihr euch etwas vorgenommen?

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5 Comments

  • Liebe Julia,

    ich habe auch das letzte Jahr 3kg zugenommen und ich merke es vor allem an den Jeans. Trotz cleaner Ernährung und 3x Krafttraining und 1xYoga geht seit zwei Monaten nichts runter. Ich stresse mich aber deswegen nicht, obwohl ich gerne wieder meine drei neuen Jeans nach der großen Abnahme wieder anziehen möchte. Aktuell tue ich ja alles damit es mir gut geht, wenn sich das jetzt weder auf der Wagge noch im Spiegel wirklich nachvollziehen läßt, dann muss ich noch mehr tun und habe mir auch während der Fastenzeit vorgenommen mal 5 Tage zu fasten. Hatte ich letztes Jahr auch schon gemacht und mir einfach Ruhe zu gönnen. Ich bin gespannt was du von der Saftkur dieses Jahr berichtest;-)

  • Das finde ich total gut, dass du dich deswegen nicht stresst, aber auch Konsequenzen ziehst!
    Manchmal muss man dem Körper (und dem Geist) auch mal eine Ruhepause gönnen, in der man sich sammelt und für die nächsten Schritte bereit machen kann.

    Ich bin sehr gespannt, wie die Saftkur nächste Woche läuft. Freue mich schon riesig darauf! 🙂

  • Hallo Julia.

    Ich hoffe, dass du in deiner Therapie zu diesem Thema zu einprägsamen Einsichten und Erkenntnissen kommen wirst!

    Diesen deinen Weg gleichzeitig öffentlich zu dokumentieren, wo dir doch so viele psychologisch und psychotherapeutisch ungeschulte Kommentatoren reinreden können, finde ich fragwürdig.

    Kommentare beeinflussen, manipulieren und hinterlassen ihre Spuren in deinem Kopf. Und das in den seltensten Fällen auf zuträgliche Art und Weise.

    Konsequenterweise müsste ich mir, deiner Seelengesundheit und deinem persönlichen Erkenntnisstand und Erfahrungshorizont zuliebe, jeglichen Kommentar verkneifen.
    Da du aber scheinbar auch hier auf der Suche nach Anregung bist (wieso solltest du sonst einen Blog führen?) kann ich ja ein paar Dinge einwerfen.

    Du kennst doch sicher den Satz: "If you fail to plan, you plan to fail". Insbesondere unregelmäßige Arbeitszeiten erfordern ein gutes Management in sämtlichen privaten Bereichen.
    Das Essen aber MUSS einfach IMMER gesichert sein! Keine Ausrede. Und das nicht einmal in Hinblick auf Abnehmen. Und wenn man dafür nachts eine halbe Stunde weniger schlafen kann. Oder eine halbe Stunde weniger fernsehen guckt – das Essen ist das allerwichtigste für den Tag!
    Dein Körper braucht den ganzen Tag über Baustoffe. Kommt dann noch ein Sportpensum hinzu, vervielfacht sich dein Bedarf.
    Schnelle-mache-fix in Sachen Kochen oder Improvisieren ist einfach nichts.
    Wer verstanden hat, wie man mit seinem Körper umgehen muss (!), der muss einfach großen Wert auf seine Nahrung(saufnahme) legen!

    Auch solltest du einmal ergründen, woher deine Unzufriedenheit tatsächlich kommt. Das zu sehen geht nicht von heute auf morgen. Und auch das Verändern dauert seine Zeit. Aber die Gewichtszunahme ist nur ein Symptom.

    Was du jetzt tust: Abnehmen wollen, Abnehmziel setzen, nach Plänen essen, Tagebuch führen, Wiegen, Messen, Fotografieren usw… Auch das doktert bloß am Symptom herum. Und das auf eine so drastische Art und Weise (=Kontrolle! Und das in ALLEN Bereichen), wie es in dir eigentlich SCHREIEN müsste: STOPP, das ist der falsche Weg!

    Du beschäftigst dich doch nicht erst seit gestern mit dem Thema. Und du erhebst doch für dich sicher auch den Anspruch, dass es für dich um GESUNDHEIT geht, nicht bloß um Schlanksein und ein gewisses Sportpensum.
    Wenn du nicht bis heute vollkommen falsch an diesem Ziel gearbeitet hast, muss ein Gefühl in dir sein, das dir sagt, dass DEIN WIE, so wie du es hier beschreibst, nicht dein wahres Problem lösen wird. Höre auf dieses Gefühl.
    Von außen ist es nicht zu übersehen, dass das Arbeiten an der falschen Stelle ist.

    Ich wünsche dir viel Erkenntnis auf deinem Weg.

    Grüße,
    Katha

  • Liebe Ariana,
    danke für deinen Kommentar!
    Ich finde es schon schwierig, hier eine gute Balance zu halten und zu erkennen, was man wirklich für sich macht oder für die anderen.
    Mein Frühjahrsputz und das Abnehmziel fühlen sich endlich richtig gut an – und zwar für mich! Außerdem finde ich es wichtig zu zeigen, dass es nicht darum geht, dass man von seinem Pfad abgekommen ist, sondern dass man wieder auf ihn zurückfindet.

    Alles Liebe
    Julia

  • Liebe Julia,

    das klingt so phantastisch, ich beneide Dich wirklich ein wenig um diesen tolle Erlebnis!
    Schade,
    dass ich so weit weg bin, das hätte ich sonst sofort gemacht. Bin auch
    leidenschaftlice Grüntee-Trinkerin und liebe vor allem die hochwertigen
    japanischen Tees. Welch ein herrlicher Genuss und auch die Zeremonie
    dabei mag ich immer sehr. Das bringt gleich ein wenig mehr Achtsamkeit
    in den Alltag.

    Danke für den tollen Bericht!!

    Herzlichst
    Evelyn (die bisher nur 1 x einen Lippenstift aus einer LE haben musse… *gg*)

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