Vom Blech

Ich wünsche euch allen einen schönen dritten Advent!

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Was mich an der Weihnachtsbäckerei immer etwas genervt hat, war die Koordination der Ei-Verwendung: Hier 3 Eiweiß, da 2 ganze Eier, hier 3 Eigelb, da 5 Eiweiß. Ich konnte es einfach nie übers Herz bringen, Eiweiß oder Eigelb wegzuschmeißen, nur weil ich sie für das aktuelle Rezept nicht benötigt hatte. Daher habe ich immer versucht, die Backreihenfolge zu zu optimieren, dass die Eier am Ende aufgingen, ohne dass ich etwas wegwerfen musste oder es schlecht wurde. Da ich in der Regel von Jahr zu Jahr nie das gleiche gebacken habe, musste ich daher jedes Jahr aufs Neue meine Ei-Verwendung planen.

Mit der veganen Bäckerei erübrigt sich das natürlich, da man sowieso ohne Ei backt. Ein ganzes Ei lässt sich mit dem Leinsamen-Ei ja sehr gut ersetzen, aber wie soll man bloß Eiweiß ersetzten, wenn man Eischnee daraus machen möchte???? Ich hatte mir dieses Jahr ja zum Ziel gesetzt, einige nicht-vegane Weihnachtsplätzchen zu veganisieren. Gott sei Dank haben sich diese Frage auch schon andere gestellt, sodass ich im Internet ein paar Tipps gefunden habe. Wichtig war mir, dass ich mit “normalen” Lebensmitteln auskomme, die man relativ leicht im Supermarkt kaufen kann, und nicht auf vegane Ersatzprodukte zurückgreifen muss. In dem Rezept, das ich gefunden hatte, kam Weinstein-Backpulver zum Einsatz, welches ich zwar erst besorgen musste, aber problemlos bekommen habe. Natürlich ist das Ergebnis nicht 100 %ig identisch, wie wenn man Eischnee verwendet hätte, aber es war für mich schon so nah dran, dass es für mich eine super Alternative ist.

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Das Rezept, dass ich euch heute zeige, ist ein Rezept von meiner Oma. Ich weiß gar nicht, woher sie es hatte oder ob es eine Kreation von ihr war, denn ich habe noch nie etwas Vergleichbares in einem Backbuch oder bei jemand anderem gesehen. Die Plätzchen haben auch einen ganz einfachen Namen: Vom Blech. Denn genau das sind sie auch. Es sind Plätzchen, die mit einem Mürbteigboden sozusagen “am Stück” gebacken und anschließend klein geschnitten werden.
Leider lebt meine Oma schon viel zu lange nicht mehr. Nach ihrem Tod habe ich die Tradition übernommen und weitergeführt, sodass es jedes Jahr Vom Blech gibt – auch wenn ich sonst nichts anderes backe. Das Originalrezept benötigt 2 Eigelb für den Boden und 5 Eiweiß für den Belag. Die übrigen 3 Eigelb sind dann z.B. in Vanillekipferln weiterverwendet worden, welche ich aber relativ zeitnah machen musste, damit die Eigelb nicht schlecht wurden. Jetzt stört mich dieses ganze Hin und Her nicht mehr und ich kann einfach nur eine Sorte backen, ohne dass ich mir um nicht verwendete Eibestandteile Gedanken machen muss.

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Vom Blech
Für 1 Backblech
Eiweiß-Ersatz basiert auf den Rezepten, die ich hier gefunden habe.

Zutaten:

Für den Teigboden:

  • 200 g Weizenmehl, Typ 405
  • 100 g Vollkorn-Weizenmehl
  • 2 Tl Backpulver
  • 80 g Rohrrohzucker
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • 80 g Margarine
  • 8 El Milch oder Milchalternative eurer Wahl

Für den Belag:

  • 8 El Weizenmehl, Typ 405
  • 4 El Weinstein-Backpulver
  • 8 El Sonnenblumenöl
  • 12 El Wasser
  • 200 g Puderzucker
  • 200 g gemahlene Haselnüsse
  • 1 Glas Aprikosenmarmelade
  • 1/2 – 1 Pck. gehobelte Mandeln

Zubereitung:

  1. Den Backofen auf 175°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Für den Boden Mehl mit Backpulver und Zucker mischen.
  3. Die Margarine in Stücken sowie die Milch zur Mehlmischung geben und rasch zu einem Teig verkneten.
  4. Auf einer bemehlten Oberfläche den Teig auf Größe des Backblechs ausrollen und anschließend auf das Backblech legen.
  5. Für 15 Min. backen.
  6. Während der Boden im Backofen ist, wird die Haselnusscreme für den Belag zubereitet.
  7. Hierfür das Mehl mit dem Weinstein-Backpulver mischen.
  8. Öl und Wasser hinzugeben und kräftig aufschlagen.
  9. Puderzucker und Haselnüsse dazugeben und untermischen.
  10. Wenn der Teig fertig ist, das Backblech aus dem Ofen holen und den Boden mit der Aprikosenmarmelade bestreichen.
  11. Auf die Marmelade streicht man nun die Haselnusscreme.
  12. Zum Schluss streut man die Mandelblättchen auf die Creme.
  13. Das Ganze geht für ca. 20 Minuten oder bis der Belag hellbraun ist zurück in den Backofen.
  14. Nach dem Backen auskühlen lassen und dann in Rechtecke oder Rauten schneiden.

Liebe Oma,
ich hoffe, du hast nichts dagegen, dass ich dein Rezept veganisiert habe. Ich kann die versprechen, dass die Plätzchen immer noch super lecker schmecken!

Deine Julia

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